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Montag, 16. September 2013

Spaten raus, Pflanzen rein in die Erde!

Hamburg (ots) - Im Herbst schon an den Frühling denken! Kenner greifen jetzt zum Spaten. Sie wissen, dass die beste Pflanzzeit für Stauden und Gehölze der Herbst ist. Was im September in die Erde kommt, erfreut bereits im März die Gartenbesitzer und bietet Wildtieren wichtige Lebensräume gleich vor der Haustür. Naturgärten mit Vogelschutzhecken, Stauden und Wildpflanzen bedeuten Nahrung und Schutz für kleine Säuger, Vögel und Insekten. Gleichzeitig sind sie "Naschgärten" für den Menschen: Sträucher wie Schwarze und Rote Johannisbeere, Brombeere sowie Himbeere und Stachelbeere gehören zu den Obstgehölzen, die im nächsten Jahr schnell Früchte tragen, wenn sie jetzt im Herbst gepflanzt werden.

Die Herbst-Pflanzung hat viele Vorteile und ist ein Kickstart fürs Frühjahr. Sie ist für die Pflanzen wesentlich stressfreier als das Ausbringen im März, denn die Wurzeln bekommen durch die anhaltende Feuchtigkeit im Boden schneller einen optimalen Kontakt mit der Muttererde. Die Gefahr, dass Pflanzen vertrocknen, ist dadurch geringer. Das erleichtert die Bildung neuer Wurzeln. Die Pflanzen treiben leichter aus und können früher mit dem Wachstum beginnen.

"Wer schon immer einen Apfelbaum pflanzen wollte, sollte es jetzt im Herbst tun", rät Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. Ein Nutzgarten mit einer Variation von Obstbaumsorten kombiniert mit Stauden und Sträuchern bereitet Vögeln, Schmetterlingen, Wildbienen und anderen Tieren ein kleines Wildtier-Paradies und erfreut die Herzen der Gärtner. "Igel überwintern im Spätherbst beispielsweise in Laubhaufen. Im nächsten Jahr vertilgen sie dann als kleines Dankeschön die lästigen Schnecken", sagt Goris. Mehr Mut zur "Wildnis" im eigenen Garten bringt viele Vorteile für Mensch und Tier.

Montag, 9. September 2013

GruenEnergy und ENTRADE AG stellen Strom aus Holz in den Fokus

Bozen / Düsseldorf (ots) - In Italien wird der Anteil der erneuerbaren Energien bei der Wärme- und Stromproduktion stark gefördert und soll bis 2020 die 17-Prozent-Hürde überschreiten. Vor diesem Hintergrund präsentieren die Unternehmen GruenEnergy aus Bozen und die deutsche ENTRADE Energiesysteme AG auf der Klimaenergy 2013 - Sektor CD, Stand D23/22 - sowohl Wirtschaftlichkeitsberechnungen von Windkraftanlagen als auch innovative Verfahren zur Strom-, Kälte- und Wärmeerzeugung aus regenerativer Biomasse. Die Messe findet vom 19. bis 21. September 2013 in Bozen statt.

Nachwachsender Rohstoff Holz leistet Beitrag zur Energiewende


Südtirol ist in den Bereichen der Energieeffizienz und der nachhaltigen Energiegewinnung das Vorzeigegebiet Italiens. Zudem bietet die Region die besten Voraussetzungen, ihren Energiebedarf verstärkt aus der Nutzung von Restholz zu bestreiten und damit das Spektrum ihrer bereits genutzten erneuerbaren Energien zu erweitern. Schließlich ist über 40 Prozent der Fläche Südtirols mit Wald bedeckt. Wälder, die nur zum Teil wirtschaftlich genutzt werden und aus denen weniger Holz geschlagen wird als nachwächst.

Wie feste Biomasse effizient zur Stromerzeugung genutzt werden kann, stellen die beiden Unternehmen sowohl anhand von Holzverstromungsanlagen im kleinen Leistungsbereich zwischen 30 bis 45 kW als auch am Beispiel großtechnischer Anlagen mit einer Leistung von bis zu 400 kW dar.

20. September 2013: "Tag der Holzvergasung"

Der messebegleitende Kongress widmet sich am Freitag, 20. September, unter dem Titel "Holzvergasung: Chancen und Risiken" dieser innovativen Technologie. Führende Wissenschaftler und Ingenieure geben einen herstellerübergreifenden Einblick in die energetische Nutzung von Holz. Sie präsentieren die aktuelle Technik und innovative Konzepte zur Stromerzeugung sowie Wärme- und Kältebereitstellung aus Holzhackschnitzeln.

Montag, 2. September 2013

Die Polarlichter scheinen über dem Nachthimmel von Hamburg

Stockholm (ots/PRNewswire) - In dieser Woche beginnen Umea, die europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2014, und VisitSweden eine Tour durch Europa. Menschen in ganz Europa erhalten die Möglichkeit, die Polarlichter, die Kultur der Samen und 4,9 Tonnen kristallklares Eis zu erleben. Ein spektakulärer Eventpavillon, der an einen riesigen Eiswürfel erinnert, Lagerfeuer und eine traditionelle "kata", die samische Version eines Tipis, geben einen Geschmack auf die einzigartige Kultur Umeas.

Vier riesige Eisblöcke sind nur eine der Attraktionen auf der Tournee von Umea durch sieben europäische Städte. Sie gibt den Besuchern einen Geschmack auf die atemberaubende Landschaft und die Natur Nordschwedens und zeigt sowohl den Kontrast zwischen dem nordschwedischen Sommer und Winter als auch die acht samischen Jahreszeiten. Neben Mittsommerfeiern, Polarlichtern und dem schwedischen Lebensstil kann man ausserdem Musik und das moderne Design des Projekts Designlabland erleben.

"Immer mehr Europäer besuchen Schweden, jedoch nur wenige kennen Umea und die unglaubliche Natur und Kultur, die es in Nordschweden zu entdecken gibt. Nun lädt Umea Menschen aus ganz Europa ein, die Polarlichter, die einzigartige Kultur der Samen und das kristallklare Eis zu erleben, das jedes Jahr verwendet wird, um das weltbekannte ICEHOTEL zu bauen. Unsere Besucher können Künstler hautnah bei der Kreation von Eisskulpturen erleben", sagte Viveca Burkhardt, Global PR-Manager bei VisitSweden.

Schwedische Musik, Filme und Kunst werden während der Ausstellungstage präsentiert. Ausserdem werden die Fotos, Filme und Designobjekte der Halbfinalisten des kreativen Wettbewerbes "Artists Caught by [Umea]" gezeigt. Abends scheint dann das spektakuläre Polarlicht über dem Stadthimmel.
Programm
 
- Öffnungszeiten: 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr
- Künstler fertigen Eisskulpturen
- Eine Auswahl an schwedischer Kultur und samischer Traditionen, Musik, Filme
  und Design
- Ausstellung der Halbfinalisten des kreativen Wettbewerbes "Artists Caught by
  [Umea]"
- Abends: Polarlichter-Show
 
Die "Caught by [Umea]"-Tour beginnt am 5. September in Kopenhagen und besucht Warschau, London, Amsterdam, Paris, Barcelona und endet am 24.-26. Oktober in Hamburg. Mehr zum Tourneeprogramm unter: http://www.caughtbyumea.com/tour/ [http://www.caughtbyumea.com/tour ]
Erfahren Sie mehr über Umea, die europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2014, und Schweden: http://www.umea2014.se
 
http://www.visitsweden.com

Mittwoch, 28. August 2013

toom Baumarkt nimmt Produkte mit "bienengefährlichen" Inhaltsstoffen aus dem Verkauf

Köln (ots) - Ab dem 1. Dezember 2013 verbietet die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Produkte, die die Wirkstoffe Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam (Neonikotinoide) enthalten, aufgrund ihrer möglichen Risiken für den Bestand der heimischen Bienenvölker. toom Baumarkt erfüllt diese EU-Vorgabe deutlich vor Ablauf der gesetzlichen Frist: Bereits seit Mitte Juli verzichtet das Unternehmen auf zwei Produkte, die diese "bienengefährlichen" Stoffe enthalten und bietet seinen Kunden verschiedene Alternativen mit gleichwertiger Wirkung auf Basis von Rapsöl und Natur-Pyrethrum. Darüber hinaus werden Artikel mit den vier weiteren Wirkstoffen Fipronil, das bereits nur noch eingeschränkt benutzt werden darf sowie Deltamethrin, Cypermethrin und Chlorpyrifos, die in dem Report "Bye, Bye Biene" von Greenpeace als gefährlich identifiziert wurden, bis spätestens Dezember 2013 aus dem Verkauf genommen. Insgesamt betrifft dies weitere zwölf Produkte.

toom Baumarkt hat sich zum bewussten und fairen Umgang mit Ressourcen und der Umwelt verpflichtet. "Als nachhaltig handelndes Unternehmen spielt Umweltschutz für uns eine große Rolle. Gerade Bienen übernehmen in unserem Ökosystem eine wichtige Funktion. Aus diesem Grund haben wir das gesamte Sortiment auf weitere 'bienengefährliche' Wirkstoffe überprüft", erläutert Detlef Riesche, der als Vorsitzender der Geschäftsführung von toom Baumarkt für das Nachhaltigkeitsengagement des Unternehmens verantwortlich ist. Bis Ende des Jahres 2013 nimmt toom Baumarkt alle Artikel mit einem oder mehreren der genannten Inhaltsstoffe aus dem Verkauf und bietet seinen Kunden entsprechende Alternativprodukte an.
Generell gilt bei toom Baumarkt für alle Produkte im Bereich des chemischen Pflanzenschutzes: Sie werden nur in Verbindung mit einer persönlichen Kundenberatung durch geschultes Fachpersonal verkauft, um beispielsweise einer falschen Anwendung in Bezug auf Einsatzart und Einsatzmenge vorzubeugen.
Grüne Produkte

Ein wichtiger Eckpfeiler innerhalb der Nachhaltigkeitsstrategie ist die umweltfreundliche Sortimentsgestaltung in den Märkten - das gilt vor allem für die "toom" Qualitätseigenmarke. Kunden erkennen umweltgerechte Produkte beispielsweise am Siegel Blauer Engel, dem Symbol für Umwelt-, Gesundheits- und Verbraucherschutz. Der Holzeinkauf von toom Baumarkt wurde kürzlich zudem offiziell zertifiziert und erfüllt damit die hohen Standards der unabhängigen Systeme zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung - FSC® und PEFC[TM]. Ob aus Holz oder Papier: Die Gütesiegel zeichnen bei toom Baumarkt rund 2.000 Produkte aus, deren Rohstoff aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Zahlreiche "toom" Produkte tragen außerdem das PRO PLANET-Label. Die Auszeichnung der REWE Group erhalten nur solche Eigenmarkenprodukte, die Umwelt und Gesellschaft während ihrer Herstellung, Verarbeitung oder Verwendung deutlich weniger belasten als herkömmliche Produkte. Kontinuierlich baut toom Baumarkt sein Portfolio an nachhaltigeren Produkten weiter aus. So verkauft das Unternehmen als Erstes auf dem deutschen Markt seine weiße Dispersionsfarbe und 2:1 Lacke in einem innovativen Recyclat-Gebinde, das komplett aus recyceltem Kunststoff gefertigt wird. Dadurch werden bei der Produktion rund 50 Prozent CO2-Ausstoß eingespart gegenüber herkömmlichen Polypropylen.

Mehr Informationen zu toom Baumarkt und Bildmaterial finden Sie unter www.toom-baumarkt.de.

Montag, 19. August 2013

Billige Energiesparlampen meistens gut

Mainz (ots) - Billige Energiesparlampen überzeugen durch Qualität - das ist das Ergebnis eines Tests des ZDF-Verbrauchermagazins "WISO". Gemeinsam mit dem TÜV Süd prüfte "WISO" die Eigenmarken von Baumärkten, Möbelhäusern und Einzelhändlern. Die Ergebnisse zeigt "WISO" am Montag, 19. August 2013, 19.25 Uhr, im ZDF. Kriterien waren die Lichtqualität im Messlabor, die Haltbarkeit nach Zehntausenden Schaltzyklen sowie die Gewährleistung beim Umtausch defekter Lampen. Der Preis der Lampen lag zwischen einem und 4,50 Euro.

Selbst die günstigste Lampe für einen Euro vom Baumarkt Obi lieferte gute Werte in allen Bereichen. Im Ergebnis überzeugte die Energiesparlampe des Möbelhauses Ikea für 2,50 Euro am meisten. Überraschend: Nahezu gleichauf im Mittelfeld landen die Ein-Euro-Lampe von Obi sowie das Markenprodukt von Osram für 4,50 Euro im Vertrieb des Möbelhändlers XXXL Lutz.

Der "WISO"-Test zeigt außerdem: Die Energiesparlampen sind derzeit die günstigste Lösung, um sofort Stromkosten zu sparen. Die Investition lohnt sich innerhalb von Monaten. Dabei halten die Eigenmarken in Qualität und Zuverlässigkeit mit den Markenprodukten mit.

Sehr kundenfreundlich handhaben die Verkäufer die gesetzliche Gewährleistung: Der Umtausch defekter Lampen innerhalb der Gewährleistungsfrist funktioniert bei allen Händlern problemlos.

Für den Test kaufte "WISO" je 16 Energiesparlampen gleichen Typs (Sockel E14, 11 Watt, 2700 Kelvin) der Baumärkte Obi und Praktiker, der Einzelhändler Kaufland und Real sowie der Möbelhäuser Ikea und XXXL Lutz. Die Produkttester des TÜV Süd testeten je zehn Lampen. Bis zu 20 000 Mal schalteten sie diese an und aus. Im Messlabor überprüften sie unter anderem die Einschaltzeit und den Lichtstrom in Lumen vor und nach dem Dauertest. Wie die Händler die Gewährleistung handhaben, überprüfte "WISO" verdeckt in verschiedenen Filialen der Händler.

Montag, 12. August 2013

Deutscher Umweltpreis 2013 geht an Carmen Hock-Heyl

Nördlingen (ots) - Bundespräsident Joachim Gauck wird der Erfinderin des alternativen Dämmstoffes "Thermo-Hanf" die mit 250.000 Euro dotierte Auszeichnung am 27. Oktober in Osnabrück überreichen.

Carmen Hock-Heyl (58), Produkterfinderin, Unternehmensgründerin und Geschäftsführerin der Hock GmbH & Co. KG (Nördlingen) erhält den diesjährigen Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Der Preis wird seit 1993 jährlich von der DBU verliehen. Mit ihm werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die mit ihrem Einsatz und ihren Leistungen in vorbildhafter Weise zum Schutz und zur Erhaltung der Umwelt beitragen. Namhafte Preisträger waren Klaus Töpfer, Loki Schmidt, Heinz Sielmann, Ernst Ulrich von Weizsäcker und Michail Gorbatschow. Hock-Heyl wird für ihr persönliches und unternehmerisches Engagement geehrt, mit dem sie Dämmmaterial aus dem nachwachsenden Rohstoff Hanf unter dem Produktnamen "Thermo-Hanf" am Markt etabliert hat. Den mit 500.000 Euro höchstdotierten Umweltpreis Europas teilen sich in diesem Jahr Carmen Hock-Heyl und die Vorstandsvorsitzende der Netzkauf ElektrizitätsWerke Schönau (EWS) e.G., Ursula Sladek.

"Ohne die Visionen, das beharrliche Engagement, unternehmerisches Durchsetzungsvermögen und den Mut zum Risiko von Carmen Hock-Heyl gäbe es im Hausbau heute keine Dämmmatten aus dem nachwachsenden Rohstoff Hanf und keine Firma, die sie am Markt etabliert hätte." - Mit diesen Worten würdigte heute Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die Verleihung des Deutschen Umweltpreises 2013 an Carmen Hock-Heyl. "Sie hat nicht nur Öko-Dämmstoffe hoffähig gemacht. Sie ist auch ein Vorbild für andere Unternehmen, weil sie Ökologie und Ökonomie erfolgreich in Einklang gebracht, gesundes Bauen möglich und regionale Wirtschaftskreisläufe wiederbelebt hat", so Brickwedde weiter. Bundespräsident Joachim Gauck wird Hock-Heyl die mit 250.000 Euro dotierte Auszeichnung am 27. Oktober in Osnabrück überreichen.

"Mit Preisgeld Verband für Naturfaserdämmstoffe gründen"
Mit Blick auf den zukünftigen Markt und das wachsende Bewusstsein der Verbraucher für Naturbaustoffe setzt sie große Hoffnungen in die Politik, Naturfaserdämmstoffe ebenso verpflichtend zu machen wie Energiesparlampen. "Der Deutsche Umweltpreis ist ein Ansporn für mich, das Verbreiten umweltverträglicher Dämmstoffe auf politischer Ebene weiter voranzutreiben", bekräftigte Hock-Heyl. Das Preisgeld will sie deshalb für den Aufbau eines Verbandes für Naturfaserdämmstoffe einsetzen. "Wir brauchen dringend eine starke Interessenvertretung für alle Hersteller von nachwachsenden Dämmstoffen wie Hanf, Wolle, Flachs, Holz oder Cellulose, die bislang in Wirtschaft und Politik kaum Gehör finden", so Hock-Heyl.

Um möglichen Interessenkonflikten als Verbandsgründerin vorzubeugen und sich tatkräftig den anstehenden Aufgaben in Berlin zu widmen, will sie sich schrittweise aus ihrer Funktion als Geschäftsführerin der Hock GmbH & Co. KG zurückziehen. Dem Unternehmen wird sie als Beraterin und fachkundige Expertin weiterhin verbunden bleiben.

Freitag, 9. August 2013

Deutscher Umweltpreis 2013 der DBU an Firmen-Gründerin Carmen Hock-Heyl und "Stromrebellin" Ursula Sladek

Osnabrück (ots) - Frauen-Power für Umweltschutz: "Auch gegen massive Widerstände Visionen in Realität umgemünzt"

Die Träger des Deutschen Umweltpreises der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) stehen fest. Den mit 500.000 Euro höchstdotierten Umweltpreis Europas teilen sich 2013 die Gründerin und Geschäftsführerin der Firma Hock (Nördlingen), Carmen Hock-Heyl (58), sowie die Vorstandsvorsitzende der Netzkauf ElektrizitätsWerke Schönau (EWS) e.G., Ursula Sladek (67). Hock-Heyl wird geehrt, weil sie Dämmmatten für den Hausbau aus dem Öko-Rohstoff Hanf am Markt etabliert hat, "Stromrebellin" Sladek, weil sie aus einer Bürgerinitiative den ersten Ökostromanbieter Deutschlands schuf. Die Frauen hätten "in Zeiten, in denen sie nur belächelt wurden, mit Überzeugungskraft, Kompetenz und Hartnäckigkeit gegen massive Widerstände zukunftsweisende Aufbauarbeit im Spannungsfeld von Ökologie und Ökonomie geleistet und so ihre Visionen in Realität umgemünzt", sagte DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde heute. Die Preise übergibt am 27. Oktober in Osnabrück Bundespräsident Joachim Gauck.

Hock-Heyl hat Dämmmatten aus nachwachsendem Rohstoff Hanf am Markt etabliert
Mit beharrlichem Engagement, unternehmerischem Durchsetzungsvermögen und Mut zum Risiko sei es Carmen Hock-Heyl gelungen, Dämmmatten für den Hausbau aus dem nachwachsenden Rohstoff Hanf am Markt zu etablieren, so Brickwedde. "Die Produkterfinderin, Unternehmensgründerin und Geschäftsführerin hat nicht nur Öko-Dämmstoffe hoffähig gemacht. Sie ist auch ein Vorbild für andere Unternehmen, weil sie Ökologie und Ökonomie erfolgreich in Einklang gebracht, gesundes Bauen gefördert und regionale Wirtschaftskreisläufe wiederbelebt hat."

Einen mühsamen Weg gegen Widerstände und Desinteresse beschritten
Doch bis die Hanf-Produkte auf dem Markt und unter Fachleuten anerkannt waren, habe Hock-Heyl einen mühsamen Weg gegen Widerstände und Desinteresse beschreiten müssen. Sie habe den gesamten Prozess von der Aussaat des Hanfs über die Produktion der Dämmmatten bis zum Recycling komplett neu aufgebaut, viel Geld investiert und in Politik und Verbänden viel Überzeugungsarbeit geleistet. Seit 2003 produziere das Unternehmen die Dämmmatten selbst, 2005 sei der Firmensitz - heute mit rund 70 Mitarbeitern - von Stutensee bei Karlsruhe nach Nördlingen verlegt worden. Seit 2006 seien "Thermo-Hanf"-Produkte auf dem europäischen Markt. Mit "Thermo-Hanf Premium" sei die Firma Hock als mittelständisches Unternehmen Marktführer für Naturfaserdämmstoffe aus Hanf.

"Hanf als Baustoff fürs Haus hartnäckig hoffähig gemacht"
Das neueste Produkt des Unternehmens, "Thermo-Hanf Plus", sei vollständig biologisch abbaubar und werde von der Firma beim Abriss eines Hauses auch kostenlos zurückgenommen. Anstelle von im Brandfall giftigen Chemikalien als Flammschutzmittel verwende Hock für alle Produkte natürlich vorkommende Alternativen. Auch für den Handwerker und Verbraucher biete Thermo-Hanf viele Vorteile, weil er leicht, staubarm und hautverträglich zu verarbeiten sei und für ein gesundes und angenehmes Wohnklima sorge. Brickwedde: "Carmen Hock-Heyls Ziel war es immer, etwas für den nachhaltigen Klimaschutz zu tun und das Bauen mit Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen - insbesondere Hanf - weiter zu etablieren. Mit ihrem Mut ist es ihr gelungen, aus Visionen Realität zu formen: Sie hat den Hanf als Baustoff fürs Haus hartnäckig hoffähig gemacht."

Sladek Visionärin einer sicheren, wirksamen und zukunftsfähigen Energieversorgung
Zur Preisträgerin Sladek sagte Brickwedde, sie habe früh erkannt, dass nur gemeinsam mit den Bürgern und Gemeinden die Energieversorgung ökologisiert werden könne. Nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 habe sie eine Bürgerinitiative mit ins Leben gerufen, die sich für die Vision einer sicheren, wirksamen und zukunftsfähigen Energieversorgung eingesetzt habe und aus der 1994 der Ökostromanbieter EWS hervorging. Sladek habe mit ihren Mitstreitern und den EWS viele Hürden gemeistert, die der damalige Stromanbieter für die Netz-Übernahme aufgebaut habe. Dabei habe sie sich auch nicht von überhöhten Verkaufspreisen einschüchtern lassen. Ihrem Mut und ihrer Tatkraft sei es mit zu verdanken, dass die EWS 1997 das Schönauer Stromnetz übernehmen konnten. Sladek habe gezeigt, dass die Beteiligung der Bürger ein maßgeblicher Faktor für ein Umsteuern in der Energiepolitik und den Klimaschutz sei. Denn durch das Einbeziehen der Einwohner Schönaus als Stromkunden in die Arbeit der EWS und eine transparente Unternehmenspolitik habe sie "Vertrauen geschaffen, zum Handeln motiviert und einen ökologischen Wandel ermöglicht".

Bürger, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, können die Energiewende gemeinsam vorantreiben
Die Bedeutung von Sladeks energiewirtschaftlichem Engagement für eine nachhaltige Energieversorgung in Deutschland sei herausragend. Bereits 1999, ein Jahr nach der Liberalisierung des Strommarkts, hätten Sladek und ihr Team in Schönau mit dem bundesweiten Stromvertrieb begonnen. Mit der Gründung der Genossenschaft Netzkauf EWS 2009 hätten die EWS auch der ökologisch motivierten Genossenschaftsbewegung in Deutschland neuen Auftrieb gegeben. Viele Städte und Gemeinden hätten sich an dem Bürgerbeteiligungs-Modell Schönau bis heute orientiert und setzten sich auf unterschiedliche Weise für die Energiewende ein. Sladek habe sich zusammen mit den Bürgern gegen ein Groß-Energieversorgungsunternehmen durchsetzen und einen ökologischen Wandel bewirken können. Das mache die Stromrebellin zu einem gesellschaftlichen Vorbild. Sie habe bewiesen, dass Bürger, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, die Energiewende gemeinsam vorantreiben könnten.
Hinweis an die Redaktionen: ausführliche Preisträger-Einzelwürdigungen, ihre Vitae, O-Töne und Fotos zur kostenlosen Veröffentlichung unter www.dbu.de.

Mit dem 2013 zum 21. Mal verliehenen Deutschen Umweltpreis der DBU - dem unabhängigen, mit 500.000 Euro höchstdotierten Umweltpreis Europas - werden Leistungen ausgezeichnet, die vorbildlich zum Schutz und Erhalt der Umwelt beigetragen haben oder in Zukunft zu einer deutlichen Umweltentlastung beitragen werden. Er richtet sich an Personen, Firmen und Organisationen. Es können Projekte, Maßnahmen oder Lebensleistungen einer Person prämiert werden. Kandidaten für den Deutschen Umweltpreis werden der DBU vorgeschlagen. Berechtigt dazu sind etwa Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, Kirchen, Umwelt- und Naturschutzverbände, wissenschaftliche Vereinigungen und Forschungsgemeinschaften, das Handwerk und Wirtschaftsverbände. Selbstvorschläge sind nicht möglich. Eine vom DBU-Kuratorium ernannte Jury, besetzt mit unabhängigen und herausragenden Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und gesellschaftlichen Gruppen, empfiehlt dem DBU-Kuratorium die Preisträger für das jeweilige Jahr. Das DBU-Kuratorium fällt die Entscheidung.