Nördlingen (ots) - Bundespräsident Joachim Gauck wird der Erfinderin
des alternativen Dämmstoffes "Thermo-Hanf" die mit 250.000 Euro dotierte
Auszeichnung am 27. Oktober in Osnabrück überreichen.
Carmen
Hock-Heyl (58), Produkterfinderin, Unternehmensgründerin und
Geschäftsführerin der Hock GmbH & Co. KG (Nördlingen) erhält den
diesjährigen Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt
(DBU). Der Preis wird seit 1993 jährlich von der DBU verliehen. Mit ihm
werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die mit ihrem Einsatz und ihren
Leistungen in vorbildhafter Weise zum Schutz und zur Erhaltung der
Umwelt beitragen. Namhafte Preisträger waren Klaus Töpfer, Loki Schmidt,
Heinz Sielmann, Ernst Ulrich von Weizsäcker und Michail Gorbatschow.
Hock-Heyl wird für ihr persönliches und unternehmerisches Engagement
geehrt, mit dem sie Dämmmaterial aus dem nachwachsenden Rohstoff
Hanf unter dem Produktnamen "Thermo-Hanf" am Markt etabliert hat. Den
mit 500.000 Euro höchstdotierten Umweltpreis Europas teilen sich in
diesem Jahr Carmen Hock-Heyl und die Vorstandsvorsitzende der Netzkauf
ElektrizitätsWerke Schönau (EWS) e.G., Ursula Sladek.
"Ohne die
Visionen, das beharrliche Engagement, unternehmerisches
Durchsetzungsvermögen und den Mut zum Risiko von Carmen Hock-Heyl gäbe
es im Hausbau heute keine Dämmmatten aus dem nachwachsenden Rohstoff
Hanf und keine Firma, die sie am Markt etabliert hätte." - Mit diesen
Worten würdigte heute Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär
der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die Verleihung des Deutschen
Umweltpreises 2013 an Carmen Hock-Heyl. "Sie hat nicht nur
Öko-Dämmstoffe hoffähig gemacht. Sie ist auch ein Vorbild für andere Unternehmen,
weil sie Ökologie und Ökonomie erfolgreich in Einklang gebracht,
gesundes Bauen möglich und regionale Wirtschaftskreisläufe wiederbelebt
hat", so Brickwedde weiter. Bundespräsident Joachim Gauck wird Hock-Heyl
die mit 250.000 Euro dotierte Auszeichnung am 27. Oktober in Osnabrück
überreichen.
"Mit Preisgeld Verband für Naturfaserdämmstoffe gründen"
Mit Blick auf den zukünftigen Markt und das wachsende Bewusstsein der Verbraucher
für Naturbaustoffe setzt sie große Hoffnungen in die Politik,
Naturfaserdämmstoffe ebenso verpflichtend zu machen wie
Energiesparlampen. "Der Deutsche Umweltpreis ist ein Ansporn für mich,
das Verbreiten umweltverträglicher Dämmstoffe auf politischer Ebene
weiter voranzutreiben", bekräftigte Hock-Heyl. Das Preisgeld will sie
deshalb für den Aufbau eines Verbandes für Naturfaserdämmstoffe
einsetzen. "Wir brauchen dringend eine starke Interessenvertretung für
alle Hersteller von nachwachsenden Dämmstoffen wie Hanf, Wolle, Flachs,
Holz oder Cellulose, die bislang in Wirtschaft und Politik kaum Gehör
finden", so Hock-Heyl.
Um möglichen Interessenkonflikten als
Verbandsgründerin vorzubeugen und sich tatkräftig den anstehenden
Aufgaben in Berlin zu widmen, will sie sich schrittweise aus ihrer
Funktion als Geschäftsführerin der Hock GmbH & Co. KG zurückziehen.
Dem Unternehmen wird sie als Beraterin und fachkundige Expertin
weiterhin verbunden bleiben.
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